blank info

Häupl will’s wissen

18. Januar 2010

Wien Will's Wissen, Quelle: wienwillswissen.at

Die kommende Volksbefragung in Wien ist Auftakt zum Wahlkampf und eine geniale Marketing-Idee der SPÖ. Häupl versucht damit zu vermitteln, sich für Wien Gedanken zu machen und könnte Populäres (wie U-Bahn in der Nacht) auch noch vor der Wahl als Wahlzuckerl umsetzen. Wenn ihm die Themen aber wirklich wichtig gewesen wären, warum hat er’s dann nicht schon längst umgesetzt und breiter diskutiert?

Zur Abstimmung stehen vom 11. bis. 13 Februar recht allgemein formulierte Fragestellungen vom verpflichtenden Hundeführschein über Ganztagsschulen bis zur City-Maut.

Ich habe mir die fünf zum Teil suggestiv gestellten Fragen genauer angesehen. In den Beschreibungen findet sich wenig Konkretes, vielmehr werden nur einfache Ideen oder Banales abgefragt, wie zum Beispiel, ob man für ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen sei. Details und Finanzierung der Konzepte fehlen und das macht es eigentlich fast unmöglich dafür oder dagegen zu sein, was sich beim Thema City-Maut am augenscheinlichsten bemerkbar macht.

Hier die fünf Fragen und meine Antworten darauf:

Sind Sie dafür, dass in Wien die Möglichkeit geschaffen wird, neue HausbesorgerInnen (mit modernem Berufsbild) einzustellen?

Ja, falls die Wahlmöglichkeit zwischen externer Hausbetreuung oder HausbesorgerInnen (im Haus) besteht. Soll jede Hausgemeinschaft für sich selber entscheiden können. Was ist ein modernes Berufsbild?

Sind Sie für ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen in Wien?

Ja, ich bin für ein bedarfsorientiertes Angebot an Ganztagsschulen in Wien. Eltern sollen die Möglichkeit haben, die geeignetste Schule für ihr Kind zu wählen. Ich sehe ein Potential für Ganztagsschulen, wenn auch die Unterrichtsform und das Angebot besser an die Bedürfnisse von Kindern angepasst wird.

Soll in Wien eine Citymaut eingeführt werden?

Ja, auch wenn hier alle relevanten Details fehlen, sollte man sich diese Option für Wien offen lassen und evaluieren. Ausnahmen könnte es für umweltfreundliche Elektro-, Hybrid- oder Erdgas betriebene Autos geben. Jede Maßnahme, die in Summe die Lebensqualität in Wien erhöht, sollte in Betracht gezogen werden.

Sind Sie dafür, dass die U-Bahn am Wochenende auch in der Nacht fährt?

Ja, falls die Intervalle nicht zu lange sind und ein vernüftiges Konzept zusammen mit den Nightline-Bussen angeboten wird.

Sind Sie dafür, dass es in Wien für sogenannte “Kampfhunde” einen verpflichtenden Hundeführschein geben soll?

Ja, sinnvoller wäre aber ein Hundeführschein für alle Hunde ab einer bestimmten Größe oder Gewicht zum Beispiel.

Wie man sieht, kann man eigentlich alle Fragen mit Ja beantworten, aber viel ist jetzt nicht gewonnen, da es auf die Details ankommt. Ist eben mehr ein Gag vor einer Wahl als ernstgemeinte direkte Demokratie. Schade eigentlich!

Niki Lauda gegen FPÖ-Hetze

15. Dezember 2009

Ich bin jetzt auf folgendes News-Video vom Juni 2009 aufmerksam geworden, wo sich Niki Lauda in seiner direkten Art gegen Strache und co äußert.

Ich finde es gut, dass auch Prominente gegen menschenverachtende Äußerungen von Politikern Stellung beziehen. Das Gefährliche an der FPÖ ist ja, dass sie in einigen Punkten Recht haben (zum Beispiel Bekämpfung von Macht- und Privilegien-Missbrauch), sie selbst aber populistisch (pro Minarett-Verbot) und diskriminierend sind (Ausländer als pauschales Feindbild).

#forderungen #des #audimax #unsereuni

18. November 2009

Ich war heute im Audimax, um mich über die aktuelle Situation der Uni-Proteste zu informieren.

Audimax "besetzt", aber frei zugänglich

Audimax "besetzt", aber frei zugänglich

Was mich besonders an der jetzigen Demo fasziniert, ist ihre basisdemokratische Organisation und welche wichtige Rolle die neuen Kommunikationsmedien wie Facebook & co spielen. Ein Vorgeschmack darauf, wie Politik in Zukunft funktionieren wird?

Im Audimax der Uni Wien ist eine Art Uni-Parlament errichtet worden, wo jeden Tag demokratisch über Forderungen und Aktionen debattiert wird. In der Zwischenzeit dient das Audimax als Aufenthaltsraum und es finden auch Vorlesungen und Veranstaltungen statt, die genauso wie die Sitzungen selbst öffentlich zugänglich sind.

#Unsere Forderungen lauten (Uni Wien, Stand 02.11.2009):

  1. Bildung statt Ausbildung
  2. Redemokratisierung
  3. Uni als Lebensraum
  4. Barrierefreiheit an allen Universitäten
  5. Beschäftigungsverhältnisse des Lehrpersonals (verbessern)

Wir fordern freie Bildung für alle!

Auch die TU brennt.

Auch die TU brennt.

Plenum täglich um 19:00 cum tempore

Plenum täglich um 19:00 cum tempore

Wiener Team für 2010 gewählt

16. November 2009

Heute am 15.11.2009 fanden also die mit großer Spannung erwarteten Listenwahlen bei der 63. Landesversammlung der Wiener Grünen statt.

Gleich vorweg, ich habe es leider nicht auf die Liste geschafft (das war meine aller erste politische Kandidatur überhaupt). Es war toll, mitgemacht zu haben und dabei gewesen zu sein :-)

Es hat auch einige Überraschungen gegeben, zum Beispiel Martina Wurzer kommt auf Platz 5 (vor Chorherr) oder der Quereinsteiger Klaus Werner-Lobo hat auch einen wählbaren Listenplatz ergattert. Ich gratuliere beiden herzlich!

Ich freue mich besonders, dass sich auch über 100 Vorwähler_innen in das Austria Center eingefunden haben und ihre Zeit an einem wunderschönen Sonntag dafür investiert haben, um mitzubestimmen. Dieses Interesse an Politik darf in Zukunft nicht abgelehnt werden. Grün-Wähler_innen können bei uns mitbestimmen. The Sandworm hat den ganzen Tag darüber live berichtet.

Für die Wahlen 2010 wünsche ich mir, dass nur ein Bruchteil jener positiven Energie und Ausstrahlung, die ich heute miterleben durfte, in den kommenden Wahlkampf mitgenommen werden kann, um noch mehr Menschen von Basisdemokratie, Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit zu überzeugen.

Hier sind die 28 gewählten Plätze (derzeit haben wir 14 Abgeordnete und 2 Stadträte):

  1. Maria Vassilakou
  2. David Ellensohn
  3. Sabine Gretner
  4. Rüdiger Maresch
  5. Martina Wurzer
  6. Christoph Chorherr
  7. Sigrid Pilz
  8. Martin Margulies
  9. Birgit Hebein
  10. Klaus Werner-Lobo
  11. Monika Vana
  12. Senol Akkilic
  13. Jennifer Kickert
  14. Marco Schreuder
  15. Ingrid Puller
  16. Niki Kunrath
  17. Claudia Smolik
  18. Zerife Yatkin
  19. Robert Korbei
  20. Waltraut Antonov
  21. Eva Lachkovics
  22. Momo Kreutz
  23. Alexander Spritzendorfer
  24. Armin Soyka
  25. Markus Rathmayer
  26. Petra Galkova
  27. Ilunga Bénédicte Kabedi
  28. Wolfgang Kamptner

Ich gratuliere!

Big Brother Awards 2009: Überwachung mag man eben

2. November 2009
Big Brother Awards 2009

Big Brother Awards 2009

Der Big Brother Award ist eine Negativ-Auszeichnung für Personen, Behörden und Firmen, die einen besonders problematischen Umgang mit (sensiblen) personenbezogenen Daten pflegen bzw. mit Überwachung, Kontrolle und Bevormundung besonders negativ auffallen.

Für den Negativ-Preis nominiert wurde zum Beispiel Mark Zuckerberg, der CEO von Facebook, für das Sammeln von externen E-Mail-Zugangsdaten, um automatisiert in E-Mails nach Freunden zu suchen. Ich bin seit einer Woche auf Facebook, würde meine E-Mail-Konten aber nicht Facebook anvertrauen wollen.

Ebenfalls nominiert wurde Google Chrome für seine Keylogging-Funktionalität in der Adressleiste (jede getippte Adresse und Suchbegriffe werden an Google übermittelt).

Ich denke, dass alle Nominierungen gerechtfertigt sind, über die Auswahl der Preiseträger kann man natürlich streiten.

Für Schlagzeilen haben auch drei Landtagsabgeordnete der Grünen OÖ gesorgt, die zusammen mit Abgeordnenten von ÖVP und SPÖ eine Resolution für Internet-Sperren im Kampf gegen Kinderpornografie beantragt haben.

Ich denke, dass die meisten Grünen so wie ich Internet-Sperren strikt ablehnen. Inzwischen gibt es auch eine Stellungnahme von Albert Steinhauser, NR-Abgeordneter und Justizsprecher der Grünen.

Warum ich Internet-Sperren ablehne

Ich setze mich gegen jegliche Form von (Kindes-)Missbrauches ein, halte aber Internet-Sperren für den falschen Weg, da sie innerhalb von Sekunden umgangen werden können, eine Möglichkeit für Zensur schaffen und es besser ist, illegale Inhalte ganz vom Netz zu nehmen, was gerade bei Kinderpornographie internationale Fahndungserfolge immer wieder belegen.

Positiv-Preis diesmal nicht vergeben

Schade finde ich, dass diesmal kein Positiv-Preis vergeben worden ist. Kandidaten dafür gäbe es genug, zum Beispiel Browser-Hersteller für die InPrivate-Funktionalität, mit der man ohne Cookies surfen kann. IE7 wurde 2007 wegen dem eingebauten Phishing-URL-Filter kritisiert, mit dem IE8 haben die Entwickler aber überraschenderweise eine Möglichkeit eingebaut, zentrale Tracking- und Werbe-Server zu blockieren. Oder die Iron-Initiative, die die Überwachung aus Google Chrome ausbaut, ist ein weiteres Positiv-Beispiel aus der IT-Branche.

Informationspflicht statt Informationsrecht

Eine Idee, die auch aus der Grünen Anti-Überwachungswahn-Diskussion entstanden ist, ist die, dass Firmen, die über einen Daten speichern, dies jährlich (alle 2 Jahre, …) mit einem Auszug an die Betroffenen mitteilen müssen und so für mehr Transparenz sorgen. Gerade bei Firmen, die Nutzerprofile und Adressdaten sammlen und weiterverkaufen, wäre dies hilfreich, um unerwünschte Werbung unterbinden zu können.

Diskussionsveranstaltung Mi, 21.10.2009 19h zum Thema Überwachungswahn & co

19. Oktober 2009
Videoüberwachung in Wien 7

Videoüberwachung in Wien 7

Ich freue mich mit den Neubauer Grünen eine spannende Diskussion zum Thema Überwachungsstaat & co ankündigen zu dürfen:

Freiheit statt Angst – Stoppen wir den Überwachungswahn!
Mi 21. Oktober 2009 19:00 bis 20:30

Der Staat aber auch Unternehmen wissen immer mehr über uns und speichern zum Beispiel, wen wir anrufen, was wir einkaufen, wann und weswegen wir das letzte Mal beim Arzt waren oder welche Internet-Seiten wir wann besucht haben. Wem gehören meine Daten eigentlich, wie Bewusstsein für die Problematik schaffen und was kann die Politik machen, damit Daten-Missbrauch wie zuletzt bei der ÖBB verhindert werden?

Wo?
Die Neubauer Grünen
Hermanngasse 25
1070 Wien

Moderation

  • Viktor Krammer, Informatiker_in, Grüne Kandidat_in zum Wiener Gemeinderat

Teilnehmer_innen

  • Beate Mitterhuber, Social-Networkerin und Marketing-Expertin
  • Daniel Ennöckl, Ass. Professor Universität Wien (Schwerpunkt Datenschutz und Menschenrechte)
  • Karol Felsner, Referentin Momentum09 (Freiheit im Spannungsfeld von Sicherheit und Strafe)
  • Stefanie Dörnhöfer, Dissertantin an der Universität Wien (Schwerpunkt Grundrechte und Datenschutz)

Anmeldung (E-Mail)
neubau at gruene.at

Wir freuen uns auf Dein Kommen!

Grüne Kandidat_innen kennenlernen

7. Oktober 2009

Im Rahmen der “Grünen Vorwahlen” bieten die Grünen Wien die Möglichkeit, die Kandidat_innen für den Wiener Gemeinderat persönlich kennenzulernen. Ich denke, dass der Vorwahl-Prozess dank der Vorwahl-Initiative dieses Mal besonders transparent abläuft, was ich als Erfolg sehe.

Meine Termine, wo du mich kennenlernen und auch positives oder kritisches Feedback geben kannst, sind:

  • Donnerstag 8. Oktober 2009 18h, Open Space, Lindengasse 40
  • Donnerstag 15. Oktober 2009 18h, Feedback, Ort wird nocht bekanntgegeben
  • Donnerstag 5. November 2009 18h, Hearing, Lindengasse 40

Weitere Termine findest du auch auf ichkandidiere.at.

Freue mich schon auf morgen.

Warum Männer in der Wissenschaft erfolgreicher sind

4. Oktober 2009
Warum Männer erfolgreicher sind... Quelle: digiom

Warum Männer erfolgreicher sind... Quelle: digiom

Jana hat eine tolle Grafik gezeichnet, warum Männer in der Wissenschaft erfolgreicher sind als Frauen.

Klar, gibt es noch viele andere Gründe wie Diskriminierung, Baby-Pause, ungleicher Lohn, gläserne Decke, … die es Frauen erschweren, nach oben zu kommen.

Ich denke, dass die Grafik auch auf andere Bereiche übertragbar ist. Auf die Grünen Vorwahlen bezogen, sehe ich mich irgendwo in der Mitte dieser beiden Positionen.

Grüne Petition für die Fristenlösung

19. September 2009

34 Jahre nach Einführung der Fristenlösung muss das Recht auf Schwangerschaftsabbruch erneut verteidigt werden.

Die Grünen haben jetzt eine Petition für die Fristenlösung gestartet, um Frauen in Notsituationen zu helfen anstatt sie zu kriminalisieren.

Damit man mich nicht falsch versteht, ich bin nicht generell für Abtreibungen, sondern dafür, dass man Frauen das Recht zugesteht, unmittelbar nach der Zeugung über ihren Körper und ihre Zukunft selbst bestimmen zu können und sie dabei zu unterstützen.

Mit deiner Unterschrift unterstützt du folgende sinnvolle Forderungen:

  • Entkriminalisierung
  • Möglichkeit des Abbruchs an allen öffentlichen Spitälern
  • Kostenübernahme durch die Krankenkasse
  • Energisches Vorgehen gegen den Psychoterror vor Gesundheitseinrichtungen

Freiheit statt Angst

13. September 2009
Freiheit statt Angst, Quelle: AK Vorrat/Photocube

Freiheit statt Angst 12.09.2009, Quelle: AK Vorrat/Photocube

Am Samstag demonstrierten tausende Menschen in Berlin und anderen Städten Europas gegen die totale Überwachung von Internet, Handy & co. Aufgezeichnet wird zum Beispiel wer, wann, wen, von wo angerufen, welche Webseiten angesurft oder wer wem E-Mails geschrieben hat.

Eine derartige umfassende Überwachung aller Bürger “auf Vorrat” wie sie die EU und die österreichische Bundesregierung (SPÖ und ÖVP) mitbeschlossen hat, ist meiner Meinung nach einer Demokratie nicht würdig.

Werden die Daten erst einmal gespeichert, können sie missbraucht, “verloren” oder gehackt werden. Wollen wir das wirklich?

Ich fordere die Vorratsdatenspeicherung zu stoppen und die Überwachung auf konkrete Anlassfälle mit richterlicher Kontrolle zu beschränken.

Meine Daten gehören grundsätzlich mir und nicht dem Staat oder einer Firma, der ich die Daten nur für einen bestimmten Zweck, für eine bestimmte Zeit anvertraue!